2001 Kuh „Digga“ sorgte für Hochspannung

Unterensinger Kuhroulette war ein echter Renner — Nach einer Dreiviertelstunde fiel der Fladen

„Wir waren von dem Boom überrascht“, beschreibt Mitorganisator Uwe Maier den Erfolg des ersten Unterensinger Kuhroulettes. Bereits morgens um 11 Uhr war der Sportplatz voll mit Menschen, die alle, ein Los in der Tasche, die Darmtätigkeit von Wiederkäuern diskutierten.

Das Spiel ist einfach erklärt: Der Sport platz wird in 420 gleich große Felder von drei mal drei Metern eingeteilt. Für jedes dieser Felder wird ein Los verkauft, und gewonnen hat, auf wessen Feld die Kuh ihren Fladen fallen lässt. „Einer von uns hat das mal an der Uni in Hohenheim gesehen“, erzählt Uwe Maier auf die Frage, wie man auf die originelle Idee gekommen sei. Gemeinsam mit Markus Metzger, Bernd Krämer, Richard Kemmner und Thomas Pfisterer hat er die Veranstaltung organisiert.

Die Helfer gingen mit den Losen im Ort herum. Nachdem man erst ein Drittel der Unterensinger besucht hatte, hatte man bereits alle Quadrate an die Frau oder den Mann gebracht. Darum beschloss man, noch einen zweiten Durchgang zu machen, der dann auf Grund der großen Nachfrage doppelt belegt wurde. „Das Interesse war überregional, sogar jemand aus der Schweiz hat ein Los gekauft“, berichtet Maier. Insgesamt wurden 1300 Lose verkauft. Der Erlös soll der Jugend arbeit des Posaunenchores Unterensingen zugute kommen.

Festlich geschmückte Kuh „Digga“ eröffnet das Reigen

Um 12 Uhr betrat dann die Kuh „Digga“ festlich geschmückt an der Hand ihres Besitzers Thomas Pfisterer den Parcours. Ganz Profi ließ sich die Kuh nicht von den zahlreichen Zurufen von außen nervös machen und trottete gemächlich über das Feld. Die Menge hielt den Atem an, als sich der Schwanz der „Digga“ hoch, doch an Stelle des ersehnten Fladens verließ lediglich ein klarer Bach die Kuh. Als sich nach einer halben Stunde erwartungsvoller Spannung noch immer kein Ergebnis eingestellt hatte, wurden gemäß dem Reglement zwei weitere Kühe aufs Feld geschickt. Nun ruhten die Hoffnungen des Publikums auch auf „Valensina“ und „Leila“. Doch die drei fraßen zunächst lieber dem FC Unterensingen das Gras vom Spielfeld. Doch plötzlich — mitten auf Feld C 3 befreite sich „Digga“ von einem Pracht stück rindviehisch Stoffwechsel-Endprodukte. Die Jury aus Bürgermeister Sieghart Fritz, Pfarrer Thomas Thiel und dem CVJM-Vorstand Jörg „Kuddel“ Dettinger gab den Treffer. Damit konnte sich die neunjährige Julia aus Unterensingen über 555,55 Mark freuen. Auch im zweiten Durchgang verstanden es die tierischen Stars des Nachmittages, Hochspannung zu erzeugen. Erst nach einer Dreiviertelstunde erlöste

Glücksfee „Valensina“ die zwischen Hoffen und Bangen schwankenden Zuschauer mit einer satten Ladung auf Feld M 27. Wieder hatten die gestandenen Milchproduzentinnen das weibliche Geschlecht bevorzugt – Manuela Voigt aus Fellbach und Claudia Heldwein aus Unterensingen waren die glücklichen Gewinnerinnen der doppelt belegten Runde.

Die Veranstalter schätzen, dass im Laufe des glücklicherweise trockenen Nachmittages etwa 1000 Besucher das Spektakel besucht haben. „Es wird auf jeden Fall eine Wiederholung geben“, verspricht Markus Metzger

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